Wie den Namen besagt, versuchen die betroffenen Tiere dabei anfallartig und heftig
Luft durch die Nase hineinzuziehen. Die Körperposition ist sehr typisch – das Maul ist
geschlossen, die Mundwinkel werden dabei weit nach hinten gezogen, der Kopf ist
gestreckt. Häufig wirken die Tiere selber verängstigt, die Augen sind weit offen und
starr. Der Vorgang dauert in der Regel nur kurz (Sekunden bis Minuten), kann aber
wiederholt auftreten. Die allgemeine Gesundheit wird dabei kaum beeinflusst und die
betroffenen Hunde sind ansonsten gesund und munter. Andere Symptome wie
Niessen oder Schnarchen sind möglich.
Der Ursprung des Geräusches ist der Rhinopharynx, die Region oberhalb des
Gaumensegels. Da die Luft bei Rückwärtsniesen durch enge Nasen- und
Rachengänge fliessen muss, kommt es zu einem typischen, sehr lauten, röchelnden
Atemgeräusch.
Hervorgerufen wird das Rückwärtsniesen durch jegliche Irritationen im Rhinopharynx.
So können sowohl allergische wie auch virale Erkrankungen, Nasenmilben,
Fremdkörper oder Krebs ursächlich sein. In den meisten Fällen kann jedoch keine
Ursache gefunden werden.
Am häufigsten sind kleine, breitköpfige Rassen betroffen; das Rückwärtsniesen kann
aber bei jeder Rasse und jedem Alter auftreten. Gewisse Tiere sind regelmässig zu
einer bestimmten Jahreszeit vermehrt betroffen (Allergie?). Bei Katzen ist dieses
Phänomen sehr selten.
Sofern die klinischen Symptome korrekt erkannt werden, gibt es eigentlich keine
differentialdiagnostischen Möglichkeiten. Ein Tierarztbesuch ist nicht zwingend
erforderlich. Bei schwer oder rezidivierend betroffenen Tieren ist grundsätzlich eine
endoskopische Untersuchung des Rachens (Spiegelung) sinnvoll um allfällige
Fremdkörper, Milben oder Wucherungen auszuschliessen. Bei Katzen sollte diese
Untersuchung immer in Betracht gezogen werden, da die Ursachen von den Hunden
abweichen (Polypen und Tumoren sind viel häufiger).
Besitzer der betroffenen Tiere sind aber nicht machtlos – den Anfall kann meistens
durch das Auslösen des Schluckreflexes beendet oder stark verkürzt werden. Am
besten funktioniert das Zuhalten der beiden Nasenlöcher, die äusserliche Massage
des Rachens, kurzes Aufnehmen des Tieres oder das Beklopfen des Brustkorbes.
In der Regel ist keine Therapie erforderlich. Häufig wird, um ein subklinisches Befall
mit Nasenmilben auszuschliessen, eine Entwurmung mit Milbemax (Wirkstoff:
Milbemycin oxim) durchgeführt. Ebenfalls wirksam kann die Anwendung von
abschwellenden Nasentropfen (wie Otrivin, Humanmedikament, rezeptfrei in jeder
Apotheke) sein, insbesondere bei Verdacht auf allergische Nasen- und
Rachenentzündung. Diese sollten jedoch sehr zurückhaltend angewendet werden,
da die Nasenschleimhaut bei chronischer Anwendung übermässig austrocknet.
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Kryptorchismus: